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Digitalkompetenz: Zum ersten Mal lernen alle Generationen gleichzeitig

Von Henning Wolter ·

Kurz & knapp: Früher hat eine Generation der nächsten beigebracht, wie die Welt funktioniert. Bei der Digitalisierung ist das zum ersten Mal anders: Niemand hat einen Erfahrungsvorsprung. Warum Jung und Alt einander dabei mehr brauchen, als beide oft denken.

Infografik „Was sagen Sie jemandem, der mit Digitalisierung, Daten, KI wenig anfangen kann und eigentlich nur seinen Beruf gut machen möchte?“: Vier Schritte in der richtigen Reihenfolge, zuerst die Basis stärken, dann Medien-, Digital-, Daten- und KI-Kompetenz.
Was sagen Sie jemandem, der mit Digitalisierung, Daten und KI wenig anfangen kann?
Infografik: Henning Wolter, mit KI erstellt · zum Vergrößern anklicken

Eines der Dinge, die im Prinzip “immer” gleich blieben: Eine Generation hat der nächsten beigebracht, wie die Welt funktioniert. Die Älteren wussten Bescheid und haben es den Jüngeren vermittelt - und das hat ihnen ihren Platz in der Gemeinschaft gesichert.

Bei der Digitalisierung ist das zum ersten Mal anders. Niemand hat einen Erfahrungsvorsprung. Niemand hat das früher schon einmal gemacht. Wir lernen alle gleichzeitig - und das Tempo nimmt weiter zu.

Keine Spielregeln, kein Führerschein

Damit fällt auch eine alte Selbstverständlichkeit weg: dass es schon irgendjemanden gibt, der weiß, wie es geht. Es gibt keine “Spielregeln” wie damals beim Auto in den 1960er-Jahren, als Führerschein und Erste-Hilfe-Kurs zur Pflicht wurden. Bei Smartphone, Online-Banking und Behördentermin fängt jeder für sich allein an.

Das ist keine Tragödie - aber eine echte Aufgabe.

Mehr als Tasten drücken

Digitalkompetenz bedeutet, sich in einer von digitalen Technologien geprägten Welt zurechtzufinden, sie für sich zu nutzen und aktiv mitzugestalten. Das geht weit über die reine Bedienung von Geräten und Programmen hinaus. Ein digitales Werkzeug bedienen zu können, ist eine Grundlage - aber eben nur eine Grundlage, nicht schon die Kompetenz selbst.

Warum Generationen einander mehr brauchen, als sie denken

Weil niemand von Haus aus im Vorteil ist, lohnt es sich, Erfahrungswissen in beide Richtungen auszutauschen: Jüngere bringen oft eine natürlichere Unbefangenheit im Umgang mit neuen Werkzeugen mit, Ältere häufig mehr Erfahrung darin, Veränderungen einzuordnen, Risiken abzuwägen und nicht jedem neuen Trend sofort zu folgen. Beides zusammen ist mehr wert als jedes für sich allein.

Drei Dinge, die im Ernstfall den Unterschied machen

Aus meiner Erfahrung sind es selten die großen technischen Kniffe, die im Alltag entscheiden, sondern eher: die Bereitschaft, eine neue Anwendung überhaupt erst einmal auszuprobieren, bevor man sie ablehnt; das Wissen, wo man im Zweifel seriöse Hilfe findet, statt sich auf den erstbesten Treffer zu verlassen; und die Gewohnheit, bei neuen digitalen Angeboten kurz innezuhalten und zu prüfen, was im Hintergrund eigentlich passiert.

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie sich bei digitalen Themen manchmal abgehängt fühlen: Sie sind nicht allein, und es ist auch keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Zeit und Gelegenheit zum Lernen. Der ehrlichste erste Schritt ist oft, genau das offen anzusprechen - im Kollegenkreis, in der Familie

  • statt stillschweigend den Anschluss zu suchen.

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