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KI-Kompetenz: Ein Werkzeug, kein Zauberer und keine Bedrohung

Von Henning Wolter ·

Kurz & knapp: Bei früheren Technologien gab es Schulungen, bevor sie in den Alltag kamen. Bei KI war das anders: Sie war einfach da. Warum wir KI weder wie einen Zauberer noch wie eine Bedrohung behandeln sollten - sondern wie ein Werkzeug, das man beherrschen lernen kann.

Infografik „Besteht die Gefahr, dass Menschen durch den zunehmenden Einsatz von KI bestimmte Kompetenzen verlieren?“: Abhängigkeiten von Netz, Energie und Orientierung gegenüber den Chancen bewusster Nutzung, dazu die acht Kompetenzen als Basis.
Verlieren wir durch KI bestimmte Kompetenzen?
Infografik: Henning Wolter, mit KI erstellt · zum Vergrößern anklicken

Als die ersten PCs in die Büros kamen, gab es Schulungen. Im Betrieb, in der Volkshochschule, abends, samstags. Man hat sich Zeit genommen, das neue Werkzeug kennenzulernen.

Bei KI ist das anders gelaufen. Sie war einfach da. In der Suche, in der Mail, im Browser, im Handy. Niemand hat eingeladen, niemand hat erklärt. Jeder hat angefangen - und gehofft, dass es passt.

Zauberer oder Bedrohung - beides falsch

Eines beobachte ich seither sehr häufig, im privaten wie im geschäftlichen Umfeld: Wir behandeln KI entweder wie einen Zauberer (“die weiß das schon”) oder wie eine Bedrohung (“das soll man besser nicht anfassen”). Beides ist falsch. KI ist ein Werkzeug. Wie ein Hammer. Nützlich, wenn man weiß, wofür. Gefährlich, wenn man ihn aus der Hand legt, ohne hinzusehen.

Was KI-Kompetenz bedeutet

KI-Kompetenz heißt, KI-Systeme sachkundig anzuwenden, ihre Funktionsweise grundlegend zu verstehen und ihre Ergebnisse kritisch einzuordnen. Weder als unfehlbaren Helfer noch als Bedrohung sehen - sondern als Werkzeug, das man beherrschen lernen kann, so wie frühere Generationen den Umgang mit dem PC, dem Internet oder dem Smartphone gelernt haben.

Drei Mythen, die nicht stimmen

Dass KI “einfach weiß”, was richtig ist - sie erzeugt plausible Antworten, nicht garantiert richtige.

Dass man KI-Ergebnisse unverändert übernehmen kann - die Verantwortung für das, was am Ende steht, bleibt bei dem Menschen, der es nutzt oder veröffentlicht.

Dass KI-Kompetenz eine rein technische Fähigkeit ist - tatsächlich ist sie vor allem eine Frage des kritischen Umgangs, nicht der Bedienung.

Drei Pannen, die täglich passieren

Ergebnisse ungeprüft übernehmen. Fragen zu ungenau stellen und sich dann über ungenaue Antworten wundern. Und: die eigene Stimme und Position in dem, was am Ende veröffentlicht wird, komplett verschwinden lassen.

Was das für Sie bedeutet

Sie müssen kein technisches Verständnis von Sprachmodellen haben, um KI-kompetent zu sein. Es reicht, KI-Ergebnisse grundsätzlich zu hinterfragen, statt sie blind zu übernehmen - und sich bewusst zu machen, dass die Verantwortung für das Ergebnis immer bei Ihnen bleibt, nicht bei der KI.

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